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Haben Antibiotika Nebenwirkungen für mich?

Abbildung von Pillenpackungen - Was sind die Nebenwirkungen von Antibiotika?
Antibiotika heißt übersetzt „gegen“ (= anti) und „Leben“ (= bios), wodurch auch erklärt wird, wie diese Medikamente wirken, nämlich gegen das Leben – allerdings nicht gegen das des Patienten, sondern gegen das von Bakterien: Sie hemmen nämlich Bakterien in ihrem Wachstum oder töten sie ab.

Es gibt kaum jemanden, der noch keine Antiobiotika genommen hat, daher dürfte das Problem der Nebenwirkungen auch beinahe jeden betreffen. Manchmal ist die Einnahme von Antibiotika natürlich alternativlos – die Nebenwirkungen sind es aber nicht! Denn es ist gar nicht so schwierig, sie einzudämmen. Wir zeigen Dir, mit welchen Methoden Du die Nebenwirkungen so klein wie möglich hältst.

Bei ihrem Einsatz unterscheiden Antibiotika allerdings nicht zwischen guten und schlechten Bakterien, wodurch eben jene Nebenwirkungen entstehen können. Die meisten Medikamente sind jedoch gut verträglich, wirken aber mittlerweile unter Umständen nicht mehr gegen alle bakteriellen Infektionen und Erreger, da diese zum Teil Resistenzen entwickelt haben (sog. multiresistente Keime).

Antibiotika haben also auch negative Einflüsse auf den Körper: Aufgrund ihrer Wirkweise können sie zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen – zum einen überall dort, wo Bakterien wirken, zum anderen aber auch an anderen Stellen.

Im Folgenden siehst Du eine Übersicht der Antibiotika-Nebenwirkungen:

  • Verdauungstrakt: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Haut: Pilzinfektionen, Lichtreaktionen, Rötungen, Juckreiz
  • ZNS-Reaktion: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Benommenheit, Schwindel
  • Muskel-Skelett-System: Gelenkbeschwerden, Sehnenrisse
  • Kreislauf: Blutdruckabfall

Besonders jene aus der Gruppe der Fluorchinolone sind dafür bekannt, dass sie Sehnenrisse, Nervenschmerzen oder Angstzustände hervorrufen können.1, 2 Die Nebenwirkungen können sich bereits nach wenigen Tabletten durch Kribbeln im Gesicht und in den Händen, durch Taubheitserscheinungen oder Muskelschmerzen ankündigen. In solchen Fällen sollte immer der Arzt informiert werden. Alle bekannten Chinolone besitzen ein neurotoxisches Potenzial, was sich durch Kopfschmerzen, ein ständig müde sein oder Schwindel äußern kann.5 Unklar ist noch der Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinahme und Diabetes. Die Studienlage ist hierbei noch nicht eindeutig.6 Die häufigsten Antibiotika-Nebenwirkungen betreffen allerdings den Verdauungstrakt sowie die Haut.

Nebenwirkungen Antibiotika: Haut

Da Antibiotika auch in das bakterielle Gleichgewicht der Schleimhäute eingreifen, kann es zu Pilzinfektionen im Mund und im Genitalbereich kommen; außerdem können sich auch Allergien entwickeln, z. B. eine allergische Reaktion der Haut mit Rötungen und Juckreiz. Ciprofloxacin ist beispielsweise ein Antibiotikum, welches Nebenwirkungen auf die Haut haben kann.

Nebenwirkungen: Antibiotika und Darm

Antibiotika greifen auch die „guten“ Bakterien im Verdauungstrakt an. Da die Darmflora durch die Einnahme dieser Medikamente somit erheblich gestört wird, kann es zu Durchfällen als Nebenwirkungen von Antibiotika kommen. Sehr starker Durchfall kann auch ein Hinweis auf eine dadurch hervorgerufene Darmentzündung sein. Aber auch das Immunsystem kann durch Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen werden, da es zu etwa 80 % im Darm verortet ist.3 In Studien hat sich außerdem gezeigt, dass Lebensmittelallergien bei Kindern mit der Gabe von Antibiotika im ersten Lebensjahr zu korrelieren scheinen.4 Solche Unverträglichkeiten dürfen dann nicht auf die leichte Schulter genommen werden, sondern sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie lange halten Nebenwirkungen von Antibiotika an?

Die Dauer der Nebenwirkungen bei Antibiotikaeinsatz sind individuell verschieden und hängen nicht nur von der Art der Infektion, sondern auch vom eingesetzten Antibiotikum und von der körperlichen Konstitution ab. Generell ist zu bedenken, dass nicht jede körperliche Auffälligkeit mit dem Antibiotikum in Verbindung steht, sondern auch von der zugrundeliegenden Krankheit ausgelöst worden sein kann. Manche Nebenwirkungen von Antibiotika bleiben bestehen, auch wenn das Medikament abgesetzt wurde.

Antibiotika-Nebenwirkungen: Was hilft?

Wenn Dein Organismus sowieso schon mit den Auswirkungen einer Krankheit und den Nebenwirkungen von Antibiotika zu kämpfen hat, so solltest Du ihn schonen und mit guten, leicht verdaulichen Nahrungsmitteln versorgen. Dein Körper braucht jetzt besonders viele Vitamine und Nährstoffe. Wer darüber hinaus noch darauf achten möchte, dass sein Essen keine künstlichen Rückstände enthält, da diese ja ebenfalls Zusatzarbeit für den Körper bedeuten, der greift zu Bio-Produkten in seiner Ernährung.

Sehr hilfreich ist es außerdem, wenn parallel zum Antibiotikum, das verordnet wurde, Probiotika eingenommen werden. Probiotika sind die Gegenspieler der Antibiotika. Sie enthalten lebensfähige Mikroorganismen; Lebensmittel, die mit den passenden Probiotika angereichert sind, können helfen, die Darmflora zu schützen. Außer Joghurt zählen dazu fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Brottrunk und Miso. Sie helfen bei der Reduzierung von Entzündungen, unterstützen die Produktion von Antikörpern und nehmen den „schlechten“ Bakterien Lebensraum weg. Außerdem beugen sie Allergien vor.

Nach einer Antibiotikabehandlung wenden viele auch eine Darmsanierung an, die zum Ziel hat, wieder eine gesunde Verteilung der Darmbakterien herzustellen.

Neben der bereits genannten Maßnahmen für einen gesunden Darm gibt es auf Gesund&ich weitere Tipps, um Dein Immunsystem zu stärken – auch unabhängig von der Antibiotika-Einnahme.

Antibiotika: Was musst Du wissen?

Wenn es um ein Antibiotikum geht, denkt man in der Regel zunächst an Medizin und bestimmte Erkrankungen, die eine Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig machen. Man sollte aber auch an Lebensmittel denken, denn tatsächlich enthalten einige von ihnen Antibiotika. In diesen Fällen ist das natürlich nicht gewollt, dementsprechend handelt es sich um Schadstoffe in Lebensmitteln. Dies kann bei tierischen Produkten der Fall sein, wenn Antibiotika zur Tiermast eingesetzt wird und Rückstände davon sich im fertigen Produkt finden.

Wie Antibiotika gegen Bakterien wirken

Antibiotika können auf zwei Arten wirken: Zum einen gibt es bakteriostatische Antibiotika, die das Wachstum und die Vermehrung der Bakterien hemmen. Der Erreger selbst wird durch sie nicht getötet. Dies geschieht hingegen bei der zweiten Art, den bakteriziden Antibiotika. Was beiden Arten gemeinsam ist, ist der Umstand, dass sie nicht zwischen gefährlichen und nützlichen Bakterien unterscheiden – das Antibiotikum tötet alle ab.

Es gibt zahlreiche Mikroorganismen, die Infektionen verursachen. Dazu zählen vor allem Bakterien und Viren, aber auch Pilze. Wichtig ist auch, dass man weiß, dass Antibiotika nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren wirken.

Warum?

Eine Erkältung oder eine Grippe wird überwiegend durch Viren hervorgerufen. Dies liegt daran, dass diese Medikamente in den Stoffwechsel der Bakterien eingreifen und sie somit beeinflussen. Viren hingegen verfügen gar nicht über einen eigenen Stoffwechsel und somit auch nicht über eine Angriffsfläche für das Medikament.

Zur Veranschaulichung:

Antibiotika wirken bei:

  • Mandelentzündung (eitrige Angina)
  • Lungenentzündung
  • Blasenentzündung
  • eitrige Hautentzündungen
  • Hirnhautentzündung
  • Bakterielle Erkrankungen wie Scharlach, Zecken-Borreliose, Tripper

Richtige Einnahme der Antibiotika

Antibiotika arbeiten nur dann zufriedenstellend, wenn sie so eingenommen werden wie vom Arzt verschrieben bzw. im Beipackzettel angegeben. Damit werden wirklich alle Bakterien zerstört und Resistenzen der Keime vermieden. Dabei ist es beim Einnehmen egal, um welche Art von Antibiotikum es sich handelt, wie beispielsweise die bereits länger bekannten Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin oder die neueren Substanzen Moxifloxacin und Levofloxacin.

An die Vorgaben des Beipackzettels sollte man sich unbedingt halten, weil damit sichergestellt wird, dass ein gewisser Medikamentenspiegel im Körper vorhanden ist – das gilt auch für die Dauer der Einnahme.

Ist dies nicht der Fall, können widerstandsfähige Bakterien eine Resistenz gegen das Mittel entwickeln. Gleichfalls beachtet werden sollten Angaben wie „vor dem Essen“ oder „zum Essen“. Zur Einnahme empfiehlt es sich, ein großes Glas Wasser zu trinken; andere Getränke können die Wirksamkeit des Medikaments beeinträchtigen. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen natürlich auch berücksichtigt werden; hier ist es sehr sinnvoll, dies vorab mit dem Arzt zu klären.

Quellen:
1 Pharmazeutische Zeitung online: Fluorchinolone: FDA warnt vor leichtfertigem Einsatz. 2016.
2 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Fluorchinolone und Chinolone: BfArM stößt europäisches Risikobewertungsverfahren an. Pressemitteilung Nr. 6/17, 2017.
3 Enders, G.: Darm mit Charme. Ullstein, 2014.
4 Love, B. L. et al.: Antibiotic prescription and food allergy in young children. Allergy Asthma Clin Immunol. 2016; 12: 41.
5 Stahlmann, R. und Lode, H.: Nebenwirkungen der neueren Fluorchinolone. Chemotherapie Journal. 7. Jahrgang, Heft 3. 1998.
6 Mikkelsen, K. H. et al.: Use of Antibiotics and Risk of Type 2 Diabetes: A Population-Based Case-Control Study. J Clin Endocrinol Metab., 100 (10). 2015.

Wichtig: Das Lesen dieses Artikels ersetzt keinen Arztbesuch und unsere Ratschläge stellen keine medizinische Beratung oder Diagnose dar.


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